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Camp Beuren

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Camp Beuren ist eine dadaistische Musicalperformance für den Chor des Arndt-Gymnasiums Berlin im Rahmen der TUSCH (Theater und Schule) Partnerschaft mit der Komischen Oper Berlin. Sie wurde aufgeführt während der TUSCH-Festwoche 2009 im Theater Engelbrot.
In Kooperation mit dem Puppenspieler Björn Langhans entstand eine freie Folge, von musiktheatralischen Szenen und Animationen in Form von Kartons, Zeitungspapier, Handpuppen und Folie. Das verbindende Element zwischen den Animationen und der Musik, war, dass die animierten Gegenstände gleichzeitig auch musikalisch Funktionen hatten.

 

Was haben die Kantate Carmina Burana von Carl Orff und das Rock’n Roll Musical Grease gemeinsam? Erst einmal überhaupt nichts, außer, dass sie Objets trouvés, Repertoire-Fundstücke des Chores des Arndt-Gymnasiums unter der Leitung von Christoph Chi sind. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich dann doch Verknüpfungspunkte. Die Ästhetik von Grease unterliegt der Musical-Ästhetik, die mit dem Begriff Camp treffend charakterisiert wird. Susan Sontag beschreibt in ihren Anmerkungen zu ›Camp‹ (1964), dass Camp eine Erlebnisweise, aber keine natürliche Weise des Erlebens sei. Zum Wesen des Camp gehöre vielmehr die Liebe zum Unnatürlichen, zum Trick und zur Übertreibung. Es geht dabei also um Schräges, um Skuriles, gleichzeitig aber auch um jede Menge Lebensfreude. Diese Lebensfreude gibt es auch in Carmina Burana. Dort geht es um Glück, um Wohlstand, um Völlerei und Glücksspiel. Warum also sollte Carmina Burana nicht ebenso „campy“ sein wie Grease?
Bei Camp Beuren ging es nicht darum, Carmina Burana oder Grease aufzuführen, auch nicht in Ausschnitten, sondern es ging darum, diese Werke in freien Zitaten zu benutzen, denn Camp sieht alles in Anführungsstrichen. So wird ein „Karton“ zur Marionette, der dazu dient, das Metrum einzuzählen. Mit „Zeitung“ wird musiziert, gesungen und getanzt, denn die extravaganten Abendkleider, die sich die Darsteller auf der Bühne „schneidern“, bestehen aus Zeitungspapier, und die schöne Fee, die mit ihrem Gesang den Saal verzaubert, wird begleitet vom zarten Rauschen einer „Bauplane“.

 

 

 

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